“Deutschlands Stoßtrupp” – Der BdV in der deutschen Nachkriegsgeschichte

Referent : Erich Später

Im Bund der Vertriebenen (BdV) und seinen Mitgliedslandsmannschaften waren seit der Gründung viele hochrangige NSDAP- und SS-Mitglieder in führender Stellung aktiv. Diese Täter, die sich in einem Opferverband zusammenschlossen, da sie laut Eigeneinschätzung in der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ die „vom Leid dieser Zeit am schwersten Betroffenen“ waren, konnten nicht zuletzt wegen der Bemühungen des BdV in die neue Bundesrepublik integriert werden. Die aktive Zeit der NS-Täter im BdV ist heute vorüber, die von ihnen maßgeblich mitgestalteten Formen des Erinnerns und Gedenkens wirken jedoch bis heute fort. Die im Jahr 2008 vom deutschen Bundestag beschlossene Dauerausstellung im Berliner „Deutschland-Haus“, deren Fokus auf dem „Leid der deutschen Vertriebenen“ liegen soll, ist ein aktuelles Beispiel hierfür.
Im Vortrag soll sowohl die Geschichte als auch die aktuelle Politik des BdV beleuchtet werden.

15.12.2011 – Entsorgte Religionskritik, unverstandener Antisemitismus und weitere linke Schwierigkeiten im Umgang mit dem antimuslimischen Ressentiment

Referenten: Markus Mersault und Lothar Galow-Bergemann

Die einen glauben, der neue Antisemitismus heiße Islamophobie, die anderen, dass sich im Moslemhass nur der althergebrachte Rassismus verberge. Einige empfinden Kritik an islamischen oder islamistischen Zuständen als Verletzung der Menschenwürde, andere betreiben nicht Religionskritik, sondern einzig Islamkritik. Wie hat eine emanzipatorische Kritik an rassistischen und antimuslimischen Ressentiments ebenso wie an Begriffslosigkeit, unverstandenem Antisemitismus und Kulturrelativismus auszusehen, ohne die Kritik der Religion und die Kritik an fundamental-religiösen Zuständen gleich mit zu entsorgen?

Diesen scheinbar schwierigen Fragen wollen wir uns annehmen, erscheint dies aufgrund überwiegend ideologisch motivierter Positionierungen zum Thema notwendig.

Linkliste zum Vortrag von Olaf Kistenmacher

Für alle Daheimgebliebenen und/oder Interessierten haben wir eine Linkliste zum Vortrag von Olaf Kistenmacher zusammengestellt…


Vortrag: Antisemitismus in der KPD der Weimarer Republik

Text: „Klassenkämpfer wider Willen. Die KPD und der Antisemitismus zur Zeit der Weimarer Republik.“

Vortrag: Allein schon Antisemitismus

Die nächste Veranstaltung ist am 15.12 diesmal mit dem Thema: „Entsorgte Religionskritik, unverstandener Antisemitismus und weitere linke Schwierigkeiten im Umgang mit dem antimuslimischen Ressentiment“

17.11.2011 – Antisemitismus und Antizionismus von links: Die KPD der Weimarer Republik und die SED in der frühen DDR

Referent: Olaf Kistenmacher

Die Haltung der kommunistischen und sozialistischen Parteilinken ist von einer eigentümlichen Zweideutigkeit gekennzeichnet: Einerseits bekämpften sie Judenhass und judenfeindliche Parteien. Andererseits fanden sich in der Weimarer Republik wiederholt antisemitische Aussagen in der Presse der KPD, und in der DDR wurden unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg Jüdinnen und Juden als angebliche „zionistische Agenten“ verfolgt. Der Vortrag rekonstruiert die Entwicklungsgeschichte dieses Antisemitismus von links, der sich zwar wesentlich vom Judenhass der Nationalsozialisten unterscheidet, aber zur staatlichen Verfolgung von Jüdinnen und Juden geführt hat. „Juden“ bzw. „Zionisten“ wurden in parteioffiziellen Veröffentlichungen immer wieder als Vertreter des Kapitals und der herrschenden Klasse dargestellt. Entsprechend unterstützte die Kommunistische Internationale den Zionismus nicht – anders als andere Nationalbewegungen. Vielmehr setzte die KPD den Zionismus bereits Ende der 1920er Jahre mit dem Nationalsozialismus gleich und begrüßte 1929 ein Pogrom in Palästina, bei dem über hundert Jüdinnen und Juden ermordet wurden.

Vor dem Hintergrund eines bis heute virulenten Antizionismus und Antisemitismus auch in Teilen der Linken erscheint ein Rückblick auf die Entstehung und Geschichte notwendig.

* News*

Mit Freude können wir euch unsere 4. Veranstaltungsreihe präsentieren. Es wird Oktober 2011 bis April 2012 jeweils ein Vortrag im Monat im L.E.D.E.R.E.R. e.V. stattfinden. Alle Vorträge sind unter der Kategorie Vorträge *11/12 abrufbar. Partner_in ist wie die Jahre zuvor die DGB-Jugend Regensburg.

Der erste Vortrag findet am 20. Oktober 2011 um 19.00 Uhr statt. Karl Pfeifer wird über das Thema „Extreme Rechte und völkischer Mainstream in Ungarn“ berichten.