Archiv für November 2011

Linkliste zum Vortrag von Olaf Kistenmacher

Für alle Daheimgebliebenen und/oder Interessierten haben wir eine Linkliste zum Vortrag von Olaf Kistenmacher zusammengestellt…


Vortrag: Antisemitismus in der KPD der Weimarer Republik

Text: „Klassenkämpfer wider Willen. Die KPD und der Antisemitismus zur Zeit der Weimarer Republik.“

Vortrag: Allein schon Antisemitismus

Die nächste Veranstaltung ist am 15.12 diesmal mit dem Thema: „Entsorgte Religionskritik, unverstandener Antisemitismus und weitere linke Schwierigkeiten im Umgang mit dem antimuslimischen Ressentiment“

17.11.2011 – Antisemitismus und Antizionismus von links: Die KPD der Weimarer Republik und die SED in der frühen DDR

Referent: Olaf Kistenmacher

Die Haltung der kommunistischen und sozialistischen Parteilinken ist von einer eigentümlichen Zweideutigkeit gekennzeichnet: Einerseits bekämpften sie Judenhass und judenfeindliche Parteien. Andererseits fanden sich in der Weimarer Republik wiederholt antisemitische Aussagen in der Presse der KPD, und in der DDR wurden unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg Jüdinnen und Juden als angebliche „zionistische Agenten“ verfolgt. Der Vortrag rekonstruiert die Entwicklungsgeschichte dieses Antisemitismus von links, der sich zwar wesentlich vom Judenhass der Nationalsozialisten unterscheidet, aber zur staatlichen Verfolgung von Jüdinnen und Juden geführt hat. „Juden“ bzw. „Zionisten“ wurden in parteioffiziellen Veröffentlichungen immer wieder als Vertreter des Kapitals und der herrschenden Klasse dargestellt. Entsprechend unterstützte die Kommunistische Internationale den Zionismus nicht – anders als andere Nationalbewegungen. Vielmehr setzte die KPD den Zionismus bereits Ende der 1920er Jahre mit dem Nationalsozialismus gleich und begrüßte 1929 ein Pogrom in Palästina, bei dem über hundert Jüdinnen und Juden ermordet wurden.

Vor dem Hintergrund eines bis heute virulenten Antizionismus und Antisemitismus auch in Teilen der Linken erscheint ein Rückblick auf die Entstehung und Geschichte notwendig.