01.03.12 – Antiziganismus und Ausnahmezustand – Der „Zigeuner“ in der Arbeitsgesellschaft

Referent_in: Roswitha Scholz

Antiziganismus ist ein weit verbreitetes und virulentes Phänomen, das in den westlichen Gesellschaften tief verankert ist. In nahezu allen Staaten Europas werden Menschen als »Zigeuner« diskriminiert und teilweise verfolgt. Gleichzeitig mangelt es an politischen und theoretischen Analysen, weshalb die Referentin den Versuch einer umfassenderen theoretischen Analyse und Einordnung des Antiziganismus vornimmt. So untersucht sie unter anderem die Parallelen und Differenzen zwischen dem deutlich besser erforschten Phänomen Antisemitismus und Antiziganismus. Weiter wird die Verfolgung von als „Zigeunern“ identifizierten Personen im Zusammenhang mit neuzeitlichen Disziplinierungsprozessen im Kapitalismus analysiert und das Bild des „Zigeuners“, welches sowohl von Neid und Sehnsucht als auch Angst und Hass von in kapitalistische Produktionsverhältnisse integrierte Personen geprägt ist, untersucht.

Der Vortrag soll theoretische Grundlagen für eine weitere Auseinandersetzung mit diesem wirkungsmächtigen Ressentiment liefern.