17.10.13 | Rassismus gegen Roma

Referent: Markus End

Antiziganismus ist ein so weit verbreitetes wie langlebiges Phänomen, das in den europäischen Gesellschaften tief verankert ist. In nahezu allen Staaten Europas werden Menschen, die als „Zigeuner“ identifiziert werden, stigmatisiert, kriminalisiert, diskriminiert und sind von gewalttätigen Übergriffen bedroht oder betroffen.

Wenngleich das Thema in den letzten Jahren aufgrund pogromartiger Ausschreitungen gegen Roma einiges an Aufmerksamkeit in Medien, Wissenschaft und Teilen der großen Politik erfährt, bleibt die Auseinandersetzung doch oberflächlich, von stereotypen Vorstellungen geprägt und vor allem folgenlos. Die antiziganistische Hetze geht weiter, und das nicht nur in Ost- und Südosteuropa, wie die Berichterstattung in deutschen Medien – wohl nicht ganz zufällig – vermuten lassen könnte.

Auch in großen Teilen dessen, was gemeinhin als „kritische Öffentlichkeit“ bezeichnet wird, ist das Interesse an Antiziganismus marginal. Nicht nur mangelt es an politischen und theoretischen Analysen, auch bei offenen Angriffen steht die Selbstorganisation von Roma immer noch all zu oft alleine da.

Der Vortrag soll eine Einführung in Entstehung, gegenwärtige Praxen sowie politische und theoretische Analysen des Antiziganismus bieten. Hierbei wird der Blick auf die Mehrheitsgesellschaft gerichtet sein, ist das reale Verhalten von als „Zigeunern“ identifizierten Menschen für das Toben der Mehrheitsgesellschaft doch stets irrelevant gewesen.