Archiv für Januar 2014

20.​02.​2014 | Vom Flücht­lings­pro­test zum Non-​Ci­ti­zen Strugg­le

Aus aktuellem Anlass haben wir eine Veranstaltung zur selben thematik mit anderem Schwerpunkt (siehe oben)

Hinweis: Am 21. Januar 2014 werden in Regensburg abermals die Asylanträge von 2 Aktivisten der Proteste verhandelt. Es wird zum solidarischen Besuch aufgerufen. Mehr Infos: Klick mich

Re­fe­ren­ten: Emil Mo­se­bach und Ma­thi­as Roth

Seit dem Sui­zid Mo­ham­mad Rah­se­pars in einem Würz­bur­ger Flücht­lings­la­ger im Ja­nu­ar 2012 ent­wi­ckel­te sich deutsch­land­weit eine selbst­or­ga­ni­sier­te Pro­test­be­we­gung von Flücht­lin­gen. An­fäng­lich auf ein Pro­test­zelt in Würz­burg be­schränkt, dehn­te sich ihr Kampf gegen die Be­din­gun­gen, unter denen sie in Deutsch­land zu leben ge­zwun­gen sind, auf meh­re­re Städ­te aus, in denen eben­falls Pro­test­zel­te er­rich­tet wur­den. Schließ­lich or­ga­ni­sier­ten sie einen Pro­test­marsch von Würz­burg nach Ber­lin, um ihren For­de­run­gen an dem Ort Gehör zu ver­schaf­fen, an dem eu­ro­päi­sche Ab­schot­tungs-​ und Ab­schie­be­po­li­tik po­li­tisch be­schlos­sen wird. Daran an­schlie­ßend ent­stan­den auch in Ber­lin Pro­test­zel­te, es gab einen Hun­ger­streik am Bran­den­bur­ger Tor und viel­fäl­ti­ge an­de­re Ak­tio­nen.

Nach die­sen Etap­pen dau­ert der Kampf für ein Leben, das die­sen Namen auch ver­dient, noch immer an, an vie­len Orten ent­ste­hen neue Aus­ein­an­der­set­zun­gen und die eu­ro­pa­wei­te Ver­net­zung der Pro­tes­te wird vor­an­ge­trie­ben. Die Be­zeich­nung Flücht­ling wurde von einem Teil der Kämp­fen­den mitt­ler­wei­le be­wusst ab­ge­legt und durch die Selbst­be­zeich­nung Non-​Ci­ti­zen er­setzt. Denn: Sie ver­ste­hen sich nicht als Bitt­stel­ler, womit der Be­griff des Flücht­lings häu­fig ver­bun­den wird, son­dern for­dern selbst­be­wusst ein gutes Leben für all jene, die als „Nicht-​Bür­ger“ kei­nen Zu­gang zu wei­ten Tei­len der Ge­sell­schaft haben.

Im Vor­trag be­rich­ten zwei lo­ka­le Un­ter­stüt­zer von ihren Er­fah­run­gen wäh­rend des Pro­test­zel­tes in Re­gen­burg, des Pro­test­marschs sowie wei­te­rer Etap­pen der Aus­ein­an­der­set­zung. Hier­für wur­den be­wusst Un­ter­stüt­zer ein­ge­la­den, da eine Mo­bi­li­sie­rung der deut­schen Mehr­heits­ge­sell­schaft nicht al­lei­ne Auf­ga­be der Flücht­lin­ge/Non-​Ci­ti­zens sein kann.

20.​02.​2014 | 19 Uhr | L.E.D.E.R.E.R. e.v. (Le­der­er­gas­se 25, 93047 Re­gens­burg)

[FÄLLT AUS!] 16.​01.​2014 | An­ti­se­mi­tis­mus in KPD und SED?

Leider müssen wir die Veranstaltung für diesen Tag absagen. Wir versuchen derzeit die Veranstaltung an einem anderen Tag stattfinden zu lassen.

Re­fe­ren­tin: Bir­git Schmidt

In der His­to­rik und für die Linke gilt, dass die KPD keine an­ti­se­mi­ti­sche Par­tei ge­we­sen ist. Das ist rich­tig, und stimmt den­noch nicht, denn an­ge­sichts des Sie­ges­zu­ges der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten setz­te die KPD-​Füh­rung auf die ideo­lo­gi­sche Rück­ge­win­nung der na­tio­na­li­sier­ten Mas­sen und buhl­te um den „deut­schen Ar­bei­ter“ auch dort, wo er sich be­reits in SA- oder SS-​Uni­form be­fand, und ent­schied sich somit ein­deu­tig für die Ver­fol­ger und nicht für die Ver­folg­ten.

Die Re­fe­ren­tin ana­ly­siert be­rühm­te La­ger­ro­ma­ne und weist nach, dass dort, wo Kom­mu­nis­ten dazu an­ge­hal­ten waren, sich agi­ta­to­risch um die SS-​Wach­mann­schaft zu be­mü­hen, einer So­li­da­ri­sie­rung mit Juden, aber auch mit den an­de­ren Op­fern des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, be­wusst ent­sagt wurde. Die an­ti­se­mi­ti­sche Ver­fol­gungs­wel­le in allen Staa­ten des Sta­lin­schen Ein­fluss­be­rei­ches zu Be­ginn der fünf­zi­ger Jahre wurde in der DDR von einer Li­te­ra­tur flan­kiert, die den Zio­nis­mus mit Fa­schis­mus, gar mit Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, gleich­setz­te und an­sons­ten darum be­müht war, das an­ti­se­mi­ti­sche Wesen des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus zu leug­nen und die Kom­mu­nis­t_in­nen in den Fokus der Ver­fol­gun­gen zu rü­cken.

Im Vor­trag soll über die Ur­sa­chen, Di­men­sio­nen und Fol­gen an­ti­se­mi­ti­scher Bil­der in der KPD- und SED-​Li­te­ra­tur dis­ku­tiert wer­den, wel­che stets als Aus­druck po­li­ti­scher Po­si­tio­nie­run­gen der Par­tei ge­le­sen wer­den müs­sen.

16.​01.​2014 | 19 Uhr | L.E.D.E.R.E.R. e.v. (Le­der­er­gas­se 25, 93047 Re­gens­burg)

Leider müssen wir die Veranstaltung für diesen Tag absagen.