Archiv der Kategorie 'Veranstaltungsreihe 2013 / 2014'

21.​11.​2013 | Die Christ­li­che Rech­te in Deutsch­land

Re­fe­rent: Jörg Kro­nau­er

So­wohl in der ka­tho­li­schen als auch in der evan­ge­li­schen Kir­che sind re­gel­mä­ßig an­ti­mo­der­ne, ho­mo­pho­be, pa­tri­ar­cha­le und ex­trem rech­te Po­si­tio­nen aus­zu­ma­chen. Diese äu­ßern sich etwa in der Re­ha­bi­li­ta­ti­on von Ho­lo­caust­leug­nern, der Be­kämp­fung des Rechts auf Schwan­ger­schafts­ab­bruch, der feh­len­den Gleich­stel­lung von Frau­en und Ho­mo­se­xu­el­len, der Un­ter­stüt­zung mi­li­ta­ris­ti­scher Pra­xen, der Zu­sam­men­ar­beit mit ex­tre­men Rech­ten, der Ver­drän­gung der ei­ge­nen Rolle wäh­rend des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, der mo­ra­li­schen Le­gi­ti­mie­rung men­schen­ver­ach­ten­der Po­li­tik, dem Ver­tu­schen se­xua­li­sier­ter Ge­walt in­ner­halb der Kir­che und in vie­len an­de­ren Punk­ten.

Wie passt all das mit dem uni­ver­sa­lis­ti­schen An­spruch der christ­li­chen Kir­chen zu­sam­men? Und wie damit, dass die Kir­chen an vie­len Orten zu den wich­tigs­ten Ak­teu­ren ge­hö­ren, wenn es darum geht, gegen Neo­na­zi­auf­mär­sche mobil zu ma­chen, für die Rech­te von Flücht­lin­gen ein­zu­ste­hen und gegen die Stig­ma­ti­sie­rung von so­zi­al Schwa­chen das Wort zu er­he­ben?

Im Vor­trag sol­len diese Fra­gen dis­ku­tiert, ein Über­blick zur christ­li­chen Rech­ten in Deutsch­land und deren ak­tu­el­ler Ent­wick­lung ge­ge­ben sowie et­wai­ge In­ter­ven­ti­ons­mög­lich­kei­ten eru­iert wer­den.

21.​11.​2013 | 19 Uhr | L.E.D.E.R.E.R. e.v. (Le­der­er­gas­se 25, 93047 Re­gens­burg)

15.11.2013 | 5-​Jah­res­fei­er

Nach fünf Jah­ren mit dut­zen­den Ver­an­stal­tun­gen gibt es JIgRA immer noch. Dies wol­len wir als An­lass neh­men, mal ge­mein­sam mit euch zu fei­ern. Denn: Wir fin­den, fünf Jahre kön­nen sich sehen las­sen, auch wenn es uns lie­ber wäre, un­se­re Ge­sell­schafts­kri­tik wäre be­reits ob­so­let. Da die in den Ver­an­stal­tun­gen be­han­del­ten The­men sel­ten An­lass für aus­ge­las­se­ne Stim­mung bie­ten, haben wir dafür einen extra Ter­min an­ge­setzt. Ge­bo­ten wird alles sein, was es für einen ge­lun­ge­nen fünf­ten Ge­burts­tag so braucht: Gute Musik von meh­re­ren DJs, feine Ge­trän­ke, le­cke­re Snacks und – hier kommt ihr ins Spiel – viele nette Leute. Dar­über hin­aus wird eine Über­ra­schung auf euch war­ten, die neue Ge­sich­ter hof­fent­lich eben­so be­geis­tern wird wie treue Be­su­cher_in­nen.

Ge­fei­ert wird na­tür­lich im L.E.D.E.R.E.R., was dort eben­so gut mög­lich ist, wie Vor­trä­ge zu ver­an­stal­ten. An die­ser Stel­le ein gro­ßes Danke für fünf Jahre Ob­dach: Wir lie­ben euch dafür.

15.​11.​2013 | 21 Uhr | L.E.D.E.R.E.R. e.v. (Le­der­er­gas­se 25, 93047 Re­gens­burg)

17.10.13 | Rassismus gegen Roma

Referent: Markus End

Antiziganismus ist ein so weit verbreitetes wie langlebiges Phänomen, das in den europäischen Gesellschaften tief verankert ist. In nahezu allen Staaten Europas werden Menschen, die als „Zigeuner“ identifiziert werden, stigmatisiert, kriminalisiert, diskriminiert und sind von gewalttätigen Übergriffen bedroht oder betroffen.

Wenngleich das Thema in den letzten Jahren aufgrund pogromartiger Ausschreitungen gegen Roma einiges an Aufmerksamkeit in Medien, Wissenschaft und Teilen der großen Politik erfährt, bleibt die Auseinandersetzung doch oberflächlich, von stereotypen Vorstellungen geprägt und vor allem folgenlos. Die antiziganistische Hetze geht weiter, und das nicht nur in Ost- und Südosteuropa, wie die Berichterstattung in deutschen Medien – wohl nicht ganz zufällig – vermuten lassen könnte.

Auch in großen Teilen dessen, was gemeinhin als „kritische Öffentlichkeit“ bezeichnet wird, ist das Interesse an Antiziganismus marginal. Nicht nur mangelt es an politischen und theoretischen Analysen, auch bei offenen Angriffen steht die Selbstorganisation von Roma immer noch all zu oft alleine da.

Der Vortrag soll eine Einführung in Entstehung, gegenwärtige Praxen sowie politische und theoretische Analysen des Antiziganismus bieten. Hierbei wird der Blick auf die Mehrheitsgesellschaft gerichtet sein, ist das reale Verhalten von als „Zigeunern“ identifizierten Menschen für das Toben der Mehrheitsgesellschaft doch stets irrelevant gewesen.

Mitschnitt zum Thema: AfrikaBilder – Rassismus im Kinder- und Jugendbuch

Der Mitschnitt zum Thema „AfrikaBilder – Rassismus im Kinder- und Jugendbuch“ von Getrud Selzer ist nun online und kann hier angehört werden:

20.06.2013 | Zur Genese des Nationalismus im Nahen Osten

Referent: Hannes Bode

Wie in Europa, sind auch im Nahen Osten die Nationen nichts als vorgestellte Gemeinschaften mit erfundenen Traditionen. Doch reicht es nicht, dies bloß zu konstatieren. Vielmehr muss die Analyse sich damit beschäftigen, welche Akteure vor welchem gesellschaftlichen Hintergrund zur Idee der Nation fanden, was für eine Gemeinschaft sie sich vorstellten und was für Traditionen sie zu deren identitärer Legitimation konstruierten.

Welche Konzepte von Nation beziehungsweise nationaler Identität setzten sich im Zuge der Einbindung des Nahen Ostens in das globale kapitalistische System, im Zuge der kolonialen Durchdringung der Region und im Zuge damit verbundener rasanter gesellschaftlicher Umbruchprozesse durch? Wo finden sich Parallelen, wo Unterschiede zur bürgerlichen Öffentlichkeit, wie sie nach Habermas im Mittelpunkt der europäischen Moderne- und Aufklärungshistoriographie steht; und wo finden sich Parallelen und Unterschiede zur europäischen Krise der Moderne und den mit ihr verbundenen faschistischen und antisemitischen Krisenbewältigungsideologien? Welche Rolle spielte schließlich Deutschland bei der Verbreitung des modernen Antisemitismus im Nahen Osten? Und was hat das alles mit dem Bürgerkrieg in Syrien zu tun?

Im Vortrag wollen wir die aufgeworfenen Fragen vor dem Hintergrund ihrer Bedeutung für die heutige Realität im Nahen Osten sowie „unseren“ Blick darauf diskutieren.

20.06.2013 | 19 Uhr | L.E.D.E.R.E.R. e.v. (Lederergasse 25, 93047 Regensburg)

JigraBode