Archiv der Kategorie 'Veranstaltungsreihe 2013 / 2014'

16.05.2013 | AfrikaBilder – Rassismus im Kinder- und Jugendbuch

Referentin: Gertrud Selzer

Auch heute noch werden Menschen aus Afrika in öffentlichen Debatten gerne in einem Atemzug mit Tieren genannt sowie als irgendwie seltsam und exotisch hingestellt. Und Afrika ist schwarz. Afrika ist arm. Afrika ist ursprünglich. Afrika ist exotisch. Afrika ist unterentwickelt. Afrika leidet an Hunger, Krieg, Korruption, Naturkatastrophen und ethnischen Konflikten. All das „wissen“ wir in Europa über Afrika. Schließlich braucht Europa ein unterentwickeltes Afrika, um sich selbst als entwickelt betrachten zu können. Es ist beeindruckend, wie aktuell und deutungsmächtig koloniale Afrikabilder „in unseren Köpfen“ noch sind.

Da das verbreitete „Wissen“ über Afrika irgendwie „in unsere Köpfe“ kommen muss, nimmt die Referentin den offenen und versteckten Rassismus in deutschen Kinder- und Jugendbüchern unter die Lupe. Sie präsentiert viele alte und neue Kinderbücher und zeigt, wie sich die große nationale Politik auch im scheinbar unpolitischen Medium Kinderbuch niederschlägt. Denn wenngleich dessen Einfluss in der Erziehung unterschiedlich groß ist, ist es doch stets ein Spiegelbild der herrschenden Werte einer Gesellschaft.

Im Vortrag soll ein historischer Abriss über Afrikabilder in deutschen Kinderbüchern gegeben, ein Blick in aktuelle Kinder- und Jugendliteratur geworfen und über positive und negative Beispiele sowie deren Bedeutung diskutiert werden.

Gertrud Selzer ist Gründungs- und Vorstandsmitglied der Aktion 3.Welt Saar. Absovlierte eine Buchhändlerlehre, nahm sie das Studium der Sinologie, klassisches Chinesisch und Ethnologie auf. Heute arbeitet sie als selbstständige Buchhändlerin.

16.05.2013 | 19 Uhr | L.E.D.E.R.E.R. e.v. (Lederergasse 25, 93047 Regensburg)

* Fällt aus * 18.04.2013 – How Gender matters – Geschlechterverhältnisse in der extremen Rechten

*** Leider wird der Vortrag am Donnerstag den 18. April 2013 mit Frauke Büttner zum Thema „How gender matters – Geschlechterverhältnisse in der extremen Rechten“ nicht stattfinden. Ein Ersatztermin wird bald bekannt gegeben ***

Referentin: Frauke Büttner

Die allgemeinen Vorstellungen von Geschlechterrollen in der extremen Rechten sind schnell skizziert: Der Mann ist gewalttätig, verkörpert soldatische Tugenden und vertritt die „Bewegung“ nach Außen. Die Frau erzieht daheim den deutschen Nachwuchs, ist im vorpolitischen Raum aktiv und schmiert ihrem Mann Brote für die nächste Demonstration. Inwiefern diese Vorstellungen mit der Realität in Einklang zu bringen sind und was dabei auf der Strecke bleibt, soll Inhalt des Vortrages sein.

Eine Analyse der Geschlechterrollenmodelle innerhalb der extremen Rechten erscheint nicht zuletzt deshalb von Bedeutung, da diese nach wie vor eine entscheidende Rolle hinsichtlich der Hinwendung und dem Verbleib von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Szene spielen. Darüber hinaus sind Geschlechterrollen für das Konstrukt der völkisch-rassistischen Gemeinschaft von elementarer Bedeutung.

Im Vortrag sollen ein Überblick über die tiefgehende Bedeutung der Kategorie Geschlecht für die Ideologie und Praxis der extremen Rechten gegeben werden und nach Schnittmengen ihrer Vorstellungen mit denen der Mehrheitsgesellschaft gefragt werden.

Frauke Büttner arbeitet als freie Politologin seit vielen Jahren zu den Themenschwerpunkten Rassismus und extreme Rechte. Sie ist u.A. Mitgliedin im Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus und Autorin diverser Fachbücher.

18.04.2013 | 19 Uhr | L.E.D.E.R.E.R. e.v. (Lederergasse 25, 93047 Regensburg)

Mitschnitt zu Thema „Die Staatsgründung Israels und palästinensischer Nationalismus“

Alle Daheimgebliebenen und/oder Interessierten können hier den Vortrag von Alex Feuerherdt zum Thema „Die Staatsgründung Israels und palästinensischer Nationalismus“ nachhören. Der Vortrag wurde nicht am 21.03.2013 in Regensburg aufgenommen , sondern ist ein Mitschnitt von den Freiburger Thementagen 2011.

21.03.2013 – Die Staatsgründung Israels und palästinensischer Nationalismus

Referent: Alex Feuerherdt

Nur wenige Stunden nach der Gründung Israels am 14. Mai 1948 erklärte eine Allianz arabischer Staaten dem jüdischen Staat den Krieg, mit dem Ziel seine Gründung ungeschehen zu machen. Im Zuge dieses und des vorangegangen Bürgerkrieges zwischen jüdischen und arabischen Milizen verließen mehrer hunderttausend palästinensische Araber_innen das Land.

Die palästinensische Seite vertritt bis heute unverrückbar die Position, dass die Gründung des jüdischen Staates eine „Nakba“, also eine Katastrophe – vergleichbar mit dem Holocaust – gewesen sei und dass erst jüdisch-zionistische Milizen und danach die israelische Armee die palästinensischen Araber_innen gezielt und systematisch vertrieben habe.

Dieser Mythos wird auch von den europäischen Sympathisant_innen der Palästinenser_innen vertreten, denen die Palästinenser_innen durchweg als so unschuldige wie harmlose Opfer einer generalstabsmäßig geplanten zionistischen Aggression gelten.

Im Vortrag werden der Mythos „Nakba“ sowie weitere Legenden über die israelische Staatsgründung mit der Wirklichkeit konfrontiert und der Frage nachgegangen, warum diese Mythen bis heute Popularität genießen.

Alex Feuerherdt ist Lektor und freier Publizist. Er schreibt schwerpunktmäßig über den Nahen Osten, u.a. für KONKRET, die Jungle World, die Jüdische Allgemeine und den Tagesspiegel.

21.03.2013 | 19 Uhr | L . E . D . E . R . E . R . e.V. (Lederergasse 25, 93047 Regensburg)

Mitschnitt zum Thema „Antiimperalismus – Anschlussfähig nach Rechts?“

Alle Daheimgebliebenen und/oder Interessierten können hier den Vortrag von Olaf Kistenmacher zum Thema „Antiimperalismus – Anschlussfähig nach Rechts?“ nachhören: