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[FÄLLT AUS!] 16.​01.​2014 | An­ti­se­mi­tis­mus in KPD und SED?

Leider müssen wir die Veranstaltung für diesen Tag absagen. Wir versuchen derzeit die Veranstaltung an einem anderen Tag stattfinden zu lassen.

Re­fe­ren­tin: Bir­git Schmidt

In der His­to­rik und für die Linke gilt, dass die KPD keine an­ti­se­mi­ti­sche Par­tei ge­we­sen ist. Das ist rich­tig, und stimmt den­noch nicht, denn an­ge­sichts des Sie­ges­zu­ges der Na­tio­nal­so­zia­lis­ten setz­te die KPD-​Füh­rung auf die ideo­lo­gi­sche Rück­ge­win­nung der na­tio­na­li­sier­ten Mas­sen und buhl­te um den „deut­schen Ar­bei­ter“ auch dort, wo er sich be­reits in SA- oder SS-​Uni­form be­fand, und ent­schied sich somit ein­deu­tig für die Ver­fol­ger und nicht für die Ver­folg­ten.

Die Re­fe­ren­tin ana­ly­siert be­rühm­te La­ger­ro­ma­ne und weist nach, dass dort, wo Kom­mu­nis­ten dazu an­ge­hal­ten waren, sich agi­ta­to­risch um die SS-​Wach­mann­schaft zu be­mü­hen, einer So­li­da­ri­sie­rung mit Juden, aber auch mit den an­de­ren Op­fern des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, be­wusst ent­sagt wurde. Die an­ti­se­mi­ti­sche Ver­fol­gungs­wel­le in allen Staa­ten des Sta­lin­schen Ein­fluss­be­rei­ches zu Be­ginn der fünf­zi­ger Jahre wurde in der DDR von einer Li­te­ra­tur flan­kiert, die den Zio­nis­mus mit Fa­schis­mus, gar mit Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, gleich­setz­te und an­sons­ten darum be­müht war, das an­ti­se­mi­ti­sche Wesen des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus zu leug­nen und die Kom­mu­nis­t_in­nen in den Fokus der Ver­fol­gun­gen zu rü­cken.

Im Vor­trag soll über die Ur­sa­chen, Di­men­sio­nen und Fol­gen an­ti­se­mi­ti­scher Bil­der in der KPD- und SED-​Li­te­ra­tur dis­ku­tiert wer­den, wel­che stets als Aus­druck po­li­ti­scher Po­si­tio­nie­run­gen der Par­tei ge­le­sen wer­den müs­sen.

16.​01.​2014 | 19 Uhr | L.E.D.E.R.E.R. e.v. (Le­der­er­gas­se 25, 93047 Re­gens­burg)

Leider müssen wir die Veranstaltung für diesen Tag absagen.

19.​12.​2013 | Ge­schlech­ter­rol­len in der ex­tre­men Rech­ten

Re­fe­ren­tin: Frau­ke Bütt­ner

Die all­ge­mei­nen Vor­stel­lun­gen von Ge­schlech­ter­rol­len in der ex­tre­men Rech­ten sind schnell skiz­ziert: Der Mann ist ge­walt­tä­tig, ver­kör­pert sol­da­ti­sche Tu­gen­den und ver­tritt die „Be­we­gung“ nach Außen. Die Frau er­zieht da­heim den deut­schen Nach­wuchs, ist im vor­po­li­ti­schen Raum aktiv und schmiert ihrem Mann Brote für die nächs­te De­mons­tra­ti­on. In­wie­fern diese Vor­stel­lun­gen mit der Rea­li­tät in Ein­klang zu brin­gen sind und was dabei auf der Stre­cke bleibt, soll In­halt des Vor­tra­ges sein.

Eine Ana­ly­se der Ge­schlech­ter­rol­len­mo­del­le in­ner­halb der ex­tre­men Rech­ten er­scheint nicht zu­letzt des­halb von Be­deu­tung, da diese nach wie vor eine ent­schei­den­de Rolle hin­sicht­lich der Hin­wen­dung und dem Ver­bleib von Ju­gend­li­chen und jun­gen Er­wach­se­nen in der Szene spie­len. Dar­über hin­aus sind Ge­schlech­ter­rol­len für das Kon­strukt der völ­kisch-​ras­sis­ti­schen Ge­mein­schaft von ele­men­ta­rer Be­deu­tung.

Im Vor­trag soll ein Über­blick über die tief­ge­hen­de Be­deu­tung der Ka­te­go­rie Ge­schlecht für die Ideo­lo­gie und Pra­xis der ex­tre­men Rech­ten ge­ge­ben und nach Schnitt­men­gen ihrer Vor­stel­lun­gen mit denen der Mehr­heits­ge­sell­schaft ge­fragt wer­den.

5.​12.​2013 | 19 Uhr | L.E.D.E.R.E.R. e.v. (Le­der­er­gas­se 25, 93047 Re­gens­burg)

5.12.2013 | Po­li­ti­sie­rung der Lust – Se­xua­li­tät im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus

Re­fe­ren­tin: Ljil­ja­na Ra­do­nic

Die Vor­stel­lun­gen über die Ge­schlech­ter­ver­hält­nis­se im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus sind von der dese­xua­li­sier­ten Mut­ter be­stimmt. Der weib­li­che Kör­per soll als po­li­ti­sches Feld für die Ras­sen­po­li­tik ge­dient haben, Lust und Sinn­lich­keit im Sinne der be­völ­ke­rungs­po­li­ti­schen Auf­ga­be unter Kon­trol­le ge­hal­ten wor­den sein. Wenn­gleich die ras­sis­ti­sche Be­völ­ke­rungs­po­li­tik star­ke Aus­wir­kun­gen auf den Be­reich der Se­xua­li­tät hatte, ist das oben skiz­zier­te, um­fas­send se­xu­al­feind­li­che Bild un­zu­läs­sig un­voll­stän­dig.

Es scheint, als wür­den die se­xu­al­freund­li­che­ren As­pek­te des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, wel­che als Aus­druck re­bel­lisch-​re­pres­si­ver Ent­sub­li­mie­rung gel­ten kön­nen und aus einer be­reits von An­fang an im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus im­ma­nen­ten Un­ter­gangs­stim­mung re­sul­tie­ren, seit der Nach­kriegs­zeit sys­te­ma­tisch ver­schwie­gen.

Im Vor­trag soll ein Über­blick über die Se­xu­al­po­li­tik im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus ge­ge­ben und der Frage nach­ge­gan­gen wer­den, warum be­stimm­te As­pek­te die­ser Se­xu­al­po­li­tik heute par­tout nicht mehr mit dem Na­tio­nal­so­zia­lis­mus in Ver­bin­dung ge­bracht wer­den.

5.​12.​2013 | 19 Uhr | L.E.D.E.R.E.R. e.v. (Le­der­er­gas­se 25, 93047 Re­gens­burg)

21.​11.​2013 | Die Christ­li­che Rech­te in Deutsch­land

Re­fe­rent: Jörg Kro­nau­er

So­wohl in der ka­tho­li­schen als auch in der evan­ge­li­schen Kir­che sind re­gel­mä­ßig an­ti­mo­der­ne, ho­mo­pho­be, pa­tri­ar­cha­le und ex­trem rech­te Po­si­tio­nen aus­zu­ma­chen. Diese äu­ßern sich etwa in der Re­ha­bi­li­ta­ti­on von Ho­lo­caust­leug­nern, der Be­kämp­fung des Rechts auf Schwan­ger­schafts­ab­bruch, der feh­len­den Gleich­stel­lung von Frau­en und Ho­mo­se­xu­el­len, der Un­ter­stüt­zung mi­li­ta­ris­ti­scher Pra­xen, der Zu­sam­men­ar­beit mit ex­tre­men Rech­ten, der Ver­drän­gung der ei­ge­nen Rolle wäh­rend des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, der mo­ra­li­schen Le­gi­ti­mie­rung men­schen­ver­ach­ten­der Po­li­tik, dem Ver­tu­schen se­xua­li­sier­ter Ge­walt in­ner­halb der Kir­che und in vie­len an­de­ren Punk­ten.

Wie passt all das mit dem uni­ver­sa­lis­ti­schen An­spruch der christ­li­chen Kir­chen zu­sam­men? Und wie damit, dass die Kir­chen an vie­len Orten zu den wich­tigs­ten Ak­teu­ren ge­hö­ren, wenn es darum geht, gegen Neo­na­zi­auf­mär­sche mobil zu ma­chen, für die Rech­te von Flücht­lin­gen ein­zu­ste­hen und gegen die Stig­ma­ti­sie­rung von so­zi­al Schwa­chen das Wort zu er­he­ben?

Im Vor­trag sol­len diese Fra­gen dis­ku­tiert, ein Über­blick zur christ­li­chen Rech­ten in Deutsch­land und deren ak­tu­el­ler Ent­wick­lung ge­ge­ben sowie et­wai­ge In­ter­ven­ti­ons­mög­lich­kei­ten eru­iert wer­den.

21.​11.​2013 | 19 Uhr | L.E.D.E.R.E.R. e.v. (Le­der­er­gas­se 25, 93047 Re­gens­burg)

15.11.2013 | 5-​Jah­res­fei­er

Nach fünf Jah­ren mit dut­zen­den Ver­an­stal­tun­gen gibt es JIgRA immer noch. Dies wol­len wir als An­lass neh­men, mal ge­mein­sam mit euch zu fei­ern. Denn: Wir fin­den, fünf Jahre kön­nen sich sehen las­sen, auch wenn es uns lie­ber wäre, un­se­re Ge­sell­schafts­kri­tik wäre be­reits ob­so­let. Da die in den Ver­an­stal­tun­gen be­han­del­ten The­men sel­ten An­lass für aus­ge­las­se­ne Stim­mung bie­ten, haben wir dafür einen extra Ter­min an­ge­setzt. Ge­bo­ten wird alles sein, was es für einen ge­lun­ge­nen fünf­ten Ge­burts­tag so braucht: Gute Musik von meh­re­ren DJs, feine Ge­trän­ke, le­cke­re Snacks und – hier kommt ihr ins Spiel – viele nette Leute. Dar­über hin­aus wird eine Über­ra­schung auf euch war­ten, die neue Ge­sich­ter hof­fent­lich eben­so be­geis­tern wird wie treue Be­su­cher_in­nen.

Ge­fei­ert wird na­tür­lich im L.E.D.E.R.E.R., was dort eben­so gut mög­lich ist, wie Vor­trä­ge zu ver­an­stal­ten. An die­ser Stel­le ein gro­ßes Danke für fünf Jahre Ob­dach: Wir lie­ben euch dafür.

15.​11.​2013 | 21 Uhr | L.E.D.E.R.E.R. e.v. (Le­der­er­gas­se 25, 93047 Re­gens­burg)